Hundevertrag - Wann muss der Züchter haften?

Ein Züchter, der kein Unternehmer ist, kann im Rahmen der geltenden Vertragsfreiheit sämtliche Gewährleistungsansprüche mit Ausnahme der Schadenerzatzansprüche vertraglich ausschließen. Dies ist natürlich dann nicht möglich, wenn der Züchter einen Mangel des Hundes arglistig verschwiegen hat. Erklärt sich der Welpenkäufer mit solch einer Vereinbarung einverstanden, muss er sich darüber im Klaren sein, dass er später keine Möglichkeiten mehr hat, den Züchter juristisch in Anspruch zu nehmen. Ein sehr weitreichender Verzicht auf Käuferseite, der gut überlegt sein sollte.

Anders sieht es aus, wenn der Züchter als Unternehmer einzustufen ist. Der Kauf ist dann ein sogenannter Verbrauchsgüterkauf gemäß § 475 ff BGB. Hierbei dürfen die Mängelansprüche des Käufers gegen den Verkäufer nicht ausgeschlossen werden. Zudem besteht in diesen Fällen eine Beweislastumkehr. Diese Regelung kann für den Käufer sehr hilfreich sein. Zeigt der Hund beispielsweise innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf einen Mangel - z.B. in Form einer Erkrankung - auf, dann wird von Gesetzes wegen vermutet, dass diese Erkrankung bereits bei Übergabe des Tieres Vorlag. Mängelansprüche des Welpenkäufers gegen den Züchter können damit geltend gemacht werden, ohne dass Ersterer den Zeitpunkt der Entstehung der Erkrankung beweisen muss. Dem Verkäufer seinerseits bleibt nur die Möglichkeit, zu beweisen, dass die Krankheit erst nach der Übergabe entstanden ist. Oft ein nicht einfaches und teueres Unterfangen, da hier meist nur Sachverständigengutachten eine Klärung herbeiführen können.

 

 

 

Quelle: Der Hund Zeitschrift Nr. 4/2009