Hundevertrag - Verpflichtungen des Käufers

Natürlich sind bei einem Hundekauf nicht nur die Züchter in der Pflicht. Im Rahmen der Vertragsfreiheit können auch Vereinbarungen getroffen werden, die den Hundekäufern Obliegenheiten auferlegen. In der Praxis handelt es sich dabei zumeist um die Verpflichtung zu gesundheitlichen Untersuchungen, Anforderungen an die Haltungsbedingungen oder Ausbildung des Hundes. All das kann vereinbart werden. solange die Vertragsparteien sich einig sind.  Die rechtliche Grenze ist das sittenwidrige Rechtsgeschäft gemäß § 138 BGB. Bei der Bewertung kommt es immer auf den Einzelfall an. Die üblicherweise getroffenen Vereinbarungen im Rahmen eines Hundekaufs fallen aber in der Regel nicht unter diese Norm.

Problematischer als die Frage der Vereinbarkeit ist vielmehr die der rechtlichen Durchsetzbarkeit im Streitfall. Stellen Sie sich vor, der Hundekäufer weigert sich trotz entsprechender Vereinbarung im Kaufvertrag, den Hund auf HD röntgen zu lassen. Hier müsste mithilfe der Gerichte versucht werden, mittels Zwangsgeldes den Käufer zur Vornahme der vereinbarten Untersuchung zu bringen. Um diesen recht aufwendigen und oft langwierigen Weg zu vermeiden, könnte theoretisch auch eine Vertragsstrafe im Kaufvertrag  vereinbart werden. Damit verpflichtet sich der Käufer zur Zahlung einer bestimmten Geldsumme für den Fall, dass er seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt. Derartige Druckmittel in einen Kaufvertrag betreffend einem Hund aufzunehmen, ist allerdings in der Praxis unüblich und wird von kaum einem Käufer akzeptiert. Von einer auf Vertrauen basierenden Beziehung zwischen Züchter und Welpenkäufer hätte man sich dann doch weit entfernt.

 

 

 

Quelle: Der Hund Zeitschrift Nr. 4/2009